Hallo zusammen, dank iphone-App gibt es doch noch Blogging in China. Erst einmal werde ich euch von den Geschehnissen in Nepal erzählen: Meinen Aufenthalt in Nepal hatte sich ungewollt um eine ganze Woche aufgeschoben. Mein Versuch mit einer Gruppe nach Tibet zu kommen ist gescheitert und deshalb gab es nur die Option mit dem Flugzeug (immerhin über Lhasa Airport) nach Chengdu/China zu fliegen. Man hätte mich nach Tibet gelassen, sofern ich 4 Schweizer fände, die auch die gleiche Route nehmen ;-P !
Aber zu Nepal: Wie erwähnt widmete ich mich einem Tag dem River Rafting. Natürlich war ich der Rekordhalter im über Bord gehen. Als das ganze Boot umkippte und ich auf dem Flussgrund lag, benutzte ein Mitfahrer meine Schultern/Kopf um nach Luft zu schnappen. Sehr angenehm… Insgesamt aber ein sehr hoher Spassfaktor und das anschliessende Camping mit Hängematte war sehr erholsam. Am nächsten Tag sollte es mit dem Bus früh in den Chitwan Nationalpark gehen. Bekanntlich habe ich ja mit Bussen so meine Probleme: Überraschenderweise gab es an diesem Tag einen Streik (was anscheinend ziemlich oft vorkommt), was dazu führte, dass ich 3.5 Stunden wartend am Strassenrand verbrachte bis ich endlich ein Stehplatz bekam.
Mit einer lauten, vordrängelnden und alles fotografierenden Russen-Gruppe wurden mir die Dörfer der Ureinwohner Chitwans gezeigt. Am nächsten Tag ging es glücklicherweise ohne Russen mit einem leicht instabilen Kanu in den Nationalpark. Nebst Krokodilen, diversen Vogelarten, Wild und von Bäumen pinkelnde Affen bekam ich auch noch ein Nashorn zu Gesicht. Auch das Elefantenbad und der anschliessende Elefantenritt waren trotz der mässig guten Haltung der Tiere sehr spannend.
Zurück in Pokhara wurde ich erneut mit Magenproblemen gequält, weshalb es nur wenige Ausflüge gab, wie etwa in den „Bat Cave“, dessen Höhlenausgang gerade gross genug für mich war, aber den Einen oder Anderen zum Rückweg veranlasste oder gemütliches Paddeln auf dem See, bis wir realisierten, dass ein grosses Monsungewitter auf uns zukam und wir freiwillig das Tempo stark erhöhten.
Nach einer Woche machte ich mich wieder auf den Rückweg nach Katmandu und natürlich erwischte ich wieder einmal den langsamsten Bus. Am nächsten Tag ging es einem schönen Bergpanorama folgend in die Nähe der tibetischen Grenze zum Bungee Jumping. Dieser Ort ist bekannt für den höchsten Bungee Swing-Platz und einer der höheren Bungee Jumping-Plätze der Welt (160m). Der Sprung war sehr adrenalinberaubend und definitiv nichts für schwache Herzen!! Am Abend in Katmandu ankommend, lief ich gerade in das nepalesische Neujahresfest. Happy New Year und Willkommen in Jahr 2069!!! Um Punkt 24:00 wird jedoch die Musik abgestellt (via Stromausfall in der ganzen Stadt) und die Feier ist vorbei…
Tags darauf ging es dann mit dem Flieger nach Chengdu! Mehr dazu und auch die Fotos zu Nepal versuche ich so rasch wie möglich über mein Handy nachzusenden.
Grüsse aus der Hauptstadt Chinas, Julien
Montag, 23. April 2012
Sonntag, 22. April 2012
China und die Zensur
Einen schönen langen Bericht zu Nepal und China habe ich bereits verfasst, aber leider ist Blogger in China gesperrt. Ich hoffe, dass ich das Problem bald lösen/umgehen kann!
Grüsse aus Peking, Julien
Grüsse aus Peking, Julien
Samstag, 31. März 2012
20.3. – 31.3.: Katmandu –Pokhara – Poon Hill – Pokhara
Zwei Monate
sind vergangen seit ich Basel verlassen habe und es kommt mir einiges länger
vor. Katmandu und Nepal im Allgemeinen ist einiges sauberes als Indien und man
muss sich nicht immer konzentrieren, wo man hin(ein)tritt. Die Nepalesen sind
auch offener, freundlicher, weniger aufdringlich und westlicher orientiert als
ihre südlichen Nachbarn.
Die Altstadt
von Katmandu, welche unter UNESCO-Welterbe steht, gefällt mir sehr gut und über das
Zentrum verteilt gibt es verträumte „italienische“ Innenhöfe, wo Jung und Alt
die Zeit vertreiben. Nebenan werden viele moderne Shops gebaut und es fällt
hier nicht auf, dass das Land zu den Ärmsten der Welt gehört. Bei einem meiner
Spaziergänge lief ich zufällig an einer riesen Parade mit massiven
Sicherheitsvorkehrungen vorbei, gerade rechtzeitig um in der riesen
Menschenmenge dem Präsidenten von Nepal und seiner Gefolgschaft von mind. 30 Sicherheitsfahrzeugen
zuzuwinken. Da mein nächstes „Land“ Tibet sein sollte (ich hoffe die Chinesen
lassen mich nach dieser Aussage noch rein), habe ich mich über die Einreise
erkundigt. Die Antwort: „Vielleicht am 7. April oder 10ten oder 14ten., falls
sich kein Mönch mehr anzündet.“ OK :-/.
Von der
Erkältung/Magenverstimmung erholt ging es nach fünf Tagen Katmandu mit dem Bus
(dieses Mal nur ein Reifenwechsel!) nach Pokhara, das Zentrum für Trekking,
Rafting, Paragliding, etc. Hier spielen jeden Abend die gleichen zwei nepalesischen Bands die selben uralten Hits
und die jungen Nepalesen geben eine selten gesehene, lustige Tanzperformance von sich.
Mit
Trekkingausrüstung ausgestattet, habe ich mich auf den Weg in Richtung
Annapurna Basecamp (4‘200m) aufgemacht. Auf dem Weg trifft man alle Nationen an
und besonders imposant sind die Nepalesen, welche riesige Säcke voller Verpflegung
/Ausrüstung mit einem Seil an der Stirn befestigen und teilweise in Sandalen laufend auf
das Basecamp tragen. Die Wanderwege sind hier besser ausgebaut als
in der Schweiz, uralte Wälder sind gut erhalten, schöne Bergdörfer mit
Reisfelder passen optimal in die Umgebung und mit etwas Glück erblickt man
Affen, welche gerade Baum-Siesta machen. Am zweiten Tag erreichte ich Poon Hill
(3‘210m) mit einem fantastischen Bergpanorama und Sicht auf den siebt- und zehnthöchsten
Berg der Welt (8‘167m/8'091m). Atemberaubend! Als Belohnung gab es den lokalen
Reiswein Raksi und eine Runde Billiard auf 3‘000m. Übernachten kann man hier in
Familienlodges mit Aussicht auf die Berge und Bestelltes wird direkt im eigenen
Garten gepflückt und gekocht. Komischerweise gibt es dort oben auch keine
Stromausfälle und immer warmes Wasser. Im Tal eine Seltenheit… Wegen Regen und
Schnee habe ich dann mein Vorhaben bezüglich Basecamp begraben und bin wieder runter
Richtung Tal. Der Muskelkater hält leider bis heute an.
Soeben habe
ich meine Wäsche abgeholt. Da sie anscheinend mit einer roten Hose gewaschen
wurde, habe ich jetzt schöne pinke Kleidung. Vielen Dank!!
Die nächsten
Tage werden mit Rafting, Camping, Canooing, Elefantenreiten und Nationalparkbesuch
sicherlich interessant. Und falls ich erst am 14. April nach Tibet kann
(derzeitiger Stand), melde ich mich wahrscheinlich nochmals aus Nepal.
Grüsse,
Julien
Mittwoch, 21. März 2012
14.3. – 20.3.: Agra – Varanasi – Sunauli – Katmandu
Hallo
zusammen, anbei meiner erster Bericht aus über 1‘300 M.ü.M.: Früh morgens habe
ich Delhi in Richtung Agra verlassen, der wohl touristischste Ort Indiens. Mit
einem 67 jährigen Rikscha-Fahrradfahrer fuhr ich (korrekt gesagt: „lief ich“
mehrheitlich neben ihm, da er nicht mehr mochte) in Richtung Taj Mahal. Seit 45
Jahre würde er bereits Touristen kutschieren und er schien beinahe mehr über
die Schweiz zu wissen als ich. Als wir ankamen machten die bayrischen Touristen
neben mir auch gleich ihr Kommentar: „Ouu schau, da de Dadsch Mahol! Dis is jo
schön!“. Das im 17ten Jahrhundert erstellte Gebäude ist wahrhaftig eine Augenweide
und etwas vom Faszinierendsten in diesem Land… Der anschliessende Marktbesuch
war dafür eher das Gegenteil. Auf einen Mensch konnte man wohl rund 100 Fliegen
zählen, weshalb ich auch bald einen Abflug machte und den Abend auf der
Terrasse mit Sunset-View Taj Mahal verbrachte.
Die Nacht im
Sleeper Zug (neben stinkender Toilette und schnarchendem Inder) war sehr
ermüdend und ich war froh, als ich Varanasi erreichte. Diese heilige Stadt,
welche zu einer der ältesten Städte dieser Welt gehört, ist tatsächlich
eigenartig. Hindus aus ganz Indien kommen hierher um sich im Ganges von den
Sünden zu waschen oder Abschied von den Toten zu nehmen. Man hat das Gefühl in
einer anderen Welt zu sein. Während die Menschen in den engen Gassen Chai Tee
trinken, tragen singende Hindus ihre toten Verwandten in Richtung Fluss um sie
dort zu waschen und anschliessend öffentlich zu verbrennen. Alte Leute
verbringen ihre letzten Jahre hier in der Nähe des Flusses und warten auf ihren
Tod. Trotzdem ist dieser Ort, wo der Tod - aber auch das Leben - so öffentlich
zelebriert wird kein trauriger oder entsetzlicher Ort. Er hat etwas sehr
magisches an sich. Die Menschen sind sehr freundlich und gut gelaunt. Kinder
lassen die zahlreichen Drachen steigen und die Bewohner verbringen die freie
Zeit badend/waschend/spielend an einem der zahlreichen Ghats (Flusstreppen), wo
sich wohl kein Europäer darin baden würde. Die Bootsfahrt als auch ein
Spaziergang entlang der Ghats ist im Normallfall sehr schön (sofern man in der
Ferne keine treibende Leiche mit hungrigem Hund darauf sieht). Als
Abschlussgeschenk der Indien Tour konnte ich dann noch meinen besten Lassi in
Indien geniessen, bevor ich dann zum zweiten Mal mit Magenkrämpfen zu kämpfen
hatte.
Um von
Varanasi nach Nepal zu kommen, mussten einige Hürden überwunden werden:
-Statt einem Personenzug kam ein Güterzug
-Als der korrekte Zug dann 1h später ankam, stand er auf dem falschen
Gleis
-Frühmorgens wollte man mich am falschen Bahnhof rauswerfen
-Der Bus nach
Katmandu fuhr 1h später, machte alle 10 min. Pause, der Motor musste mehrmals
mit Wasser gekühlt werden, der Reifen geprüft werden, der Fahrer ging 15 min
vor Ankunft ohne ein Wort zu sagen schlafen!!! und verirrte sich anschliessend
in der Stadt.
Schlussendlich
erreichte ich Nepals Hauptstadt nach 26h mehr oder weniger erfolgreich. Hier oben ist es Nachts deutlich kühler, als was ich mir die letzten warmen Wochen gewohnt war,
weshalb ich mir auch schon die erste kleine Erkältung eingefangen habe. Von
hier geht es zum trekken weiter Richtung Pokhara, worüber ich gerne das nächste
Mal berichte.
Viele Grüsse
aus den asiatischen Alpen, Julien
Dienstag, 13. März 2012
4.3. – 13.3.: Bundi – Kota – Pushkar – Jaipur – Delhi
So, ich melde
mich zurück aus einer Stadt die wohl 3mal mehr Bevölkerung hat als die Schweiz
und logischerweise enorm hektisch ist. Aber zuerst zu meiner Reise hierhin:
So ziemlich
jede Stadt in Rajasthan war einmal die Hauptstadt oder Residenz eines grossen
Herrschers, wodurch man zahlreiche Paläste und dergleichen betrachten kann. So
war auch das kleine, ruhige „blaue“ Bundi mit seinem Palast und Fort sehr schön
und auch hier sind spazierende Affen, Hunde und Kühe an der Tagesordnung. In
den kleinen Gassen musste ich bemerken, dass Kinderarbeit noch sehr stark vertreten ist und der
hergestellte Schmuck an Orte in aller Welt verkauft werden.
In Bundi bin
ich spontan auf 3 indische Touristen getroffen, welche mich am darauf folgenden
Tag nach Kota eingeladen haben und ihre Soya-Öl-Fabrik gezeigt haben, leider
ohne Kamera, ansonsten hätte ich gerne die „tollen“ Arbeitsbedingungen
gepostet. Da das in zwei Tagen beginnende Farbenfest „Holi“ vorzufeiern war, wurde ich
spontan an ein Fest mit Bodybuilder-Wettbewerb eingeladen. Trotz Aufforderung
verzichtete ich jedoch auf die Teilnahme.
Auf der Fahrt
von Kota nach Pushkar mussten wir auf dem Weg den Bus wechseln, da es dem
Busfahrer übel geworden war. Aus einer Sitzplatzfahrt wurde eine 2h-Stehfahrt. Pushkar
ist ein Städtchen voller seltsamen Hippies, was einen Aufenthalt im
Strassenkaffee sehr unterhaltsam macht. Da ich es auf das Farbenfest Holi nicht
mehr nach Jaipur geschafft habe, betrachtete ich das Spektakel vorerst aus dem
Hoteldach. Wie am Morgestraich fing es um 4 Uhr Morgens mit Trommel und Gesang
an. Am Tag gab es auf der Strasse regelrechte Farbenschlachten. Jeder der einen
Meter aus dem Haus machte wurde bunt, wie man auch an meinen Bildern sehen
kann. Im Städtchen warten unzählige Inder darauf, dich mit allen möglichen
Farben zuzudecken. Die Dusche danach dauerte 1.5 Std und dennoch war ich noch
farbig.
Die nächste
Busfahrt nach Jaipur war wie folgt: Angebliche Abfahrt 17:00 -> Mein Platz
wurde doppelt gebucht -> Nächster Bus 17:30 -> Tatsächliche Abfahrt 18:45
-> 19:15 Reifen geplatzt, 30min Reparatur -> 20:30 ausgiebiges Nachtessen
-> Ankunft 23:00. So werden aus 3h schnell 6h. Am nächsten Tag lief ich dann
auch gleich noch in eine ausgefeilte Touristenfalle. Angeblich indische Touristen
wollten mich einladen. Daraus wurde dann ein hartnäckiges Geschäftsgespräch: Ich
sollte in kurzer Zeit 10‘000€ durch Export von Edelsteinen nach Japan verdienen.
Ich habe auf meine einjährige Arbeitsauszeit verwiesen und dankend abgelehnt,
aber die Gratisstadtfahrt durchaus genossen ;-)
Nach einer
normalen Busfahrt erreichte ich Delhi. Wie fast alle Grossstädte ist auch Delhi
enorm überfüllt mit Menschen, Tieren und Abfall und man fragt sich, wie dies
alles funktioniert kann. Auf jeden Fall tut es das. Um etwa die Strasse meines Hotels zu verbreitern, wurden kurzerhand ohne die Anwohner zu fragen je zwei Meter von beiden Hausseiten entfernt. That's Delhi... Teilweise wird ein Haus in der Strasse als Abfalldepot
missbraucht, was kein schöner Anblick ist. Am Abend erlitten meine
Fussballer-Aussenbände eine Überdehnung, weshalb ich mich in der Apotheke – in der
man sich wohl mit so ziemlich allem zudecken kann – versorgen musste und den nächsten Tag mehr
sitzend als stehend verbrachte. Am nächsten Tag konnte ich jedoch dank Delhis Metro eine
interessante Stadttour machen. Für fast jedes Utensil findet man hier auch einen
Markt, notfalls unterirdisch ausgebaut.
Mit einem
hoffentlich ungeschwollenen Fuss geht es morgen zum Taj Mahal und in einer Woche
betrete ich dann Land Nr. 2 und melde mich wieder.
Ich drücke
dem FC Basel heute Nacht schlafend die Daumen!
Grüsse, Julien
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